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Jüdische Friedhöfe in Gonnesweiler und Sötern

An eine ganz besondere kulturhistorische Tradition erinnern die Judenfriedhöfe in Gonnesweiler und der größte und älteste des Saarlandes in Sötern.

Der jüdische Friedhof Gonnesweiler wurde von der orthodox geprägten jüdischen Gemeinde um 1800 angelegt. Es ist etwa 8,44 ar und mit noch etwa 21 historischen Grabsteinen belegt. In der NS-Zeit wird ein Großteil der Steine verschwunden sein, da sich insgesamt etwa 60 bis 70 Gräber hier befunden haben. Während der NS-Zeit wurde die Beisetzung von Siegfried Mendel durch Steinwürfe brutal gestört. Die letzte Bestattung erfolgte im Jahr 1935.

Auf dem Friedhof wurde am 12. Mai 1981 ein Gedenkstein eingeweiht mit der Inschrift: „Den ehemaligen jüdischen Mitbürgern von Gonnesweiler, ihren hier ruhenden Toten zur ehrenden Erinnerung. Gemeinde Nohfelden. Synagogengemeinde Saar. 1981“.

Der Friedhof in Sötern wurde bereits um 1650 angelegt und ist damit der älteste nachweisbare jüdische Friedhof im Saarland. Der Friedhof befindet sich auf dem Areal eines alten römischen Gräberfeldes. Ursprünglich wurden auf dem Friedhof die Toten aus den jüdischen Gemeinden einer weiten Umgebung beigesetzt, schließlich nur noch von Sötern und Bosen. Mehrfach wurde der Friedhof erweitert. In der NS-Zeit wurde er 1938 verwüstet. 1941 fand die letzte Beisetzung statt. Der alte Friedhofsteil wird nicht mehr gepflegt (bewaldetes Grundstück mit einigen Grabsteinfragmenten; viele andere Grabsteinfragmente wurden zu einem Teil der Umfassungsmauer aufgeschichtet). Auf einer Fläche von 37,08 ar sind noch 204 Grabsteine erhalten (von insgesamt 500 bis 600 Bestattungen).